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Durchlebte Krisen verändern ihre Energie

Strandleben - gar nicht nervig ;-)

 

Auch mit einem älteren Kind ist immer irgendetwas - manchmal auch nur ein Fuß im Bild.

 

Vor fast 12 Jahren begann meine Krise nach der Geburt.

 

Wir zwei hatten einen wirklich denkbar schlechten Start. Beide erlebten wir eine traumatische Geburt mit vielen Interventionen und zum Schluss wurde ich komplett ausgeknockt. So, wie ich es niemals erleben wollte. Lange habe ich mit unserem Geburtsweg gehadert. Fast zwei Jahre habe ich gebraucht um einigermaßen wieder auf die Beine zu kommen. Körperlich und psychisch.

 

Heute sitzen wir am Strand und meine Tochter hält ihren Fuß ins Selfie. Aus irgendeinem Grund erinnerte mich diese Situation an unsere Anfangszeit – ich hatte nichts unter Kontrolle, mich nicht, sie nicht, den Tagesablauf nicht und meine Partnerschaft möchte ich schon gar nicht erwähnen. Eine unsagbar anstrengende Zeit.

 

Damals war das Gefühl des Kontrollverlustes so überwältigend für mich, dass ich dachte ich würde sterben.

 

Aus dieser Zeit ist meine heutige Arbeit entstanden. Mein eigener Schmerz, meine Ohnmacht, meine Angst, meine Wut und meine Trauer haben mich auf den Weg gebracht. Jetzt begleite ich Frauen nach schwierigen Geburten, während psychischer Krisen nach der Geburt und auch noch lange Zeit später.

 

Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass sich mein Leben so entwickeln würde und mir diese Krise eine ganz andere Lebensqualität und Richtung geben würde, denjenigen hätte ich für verrückt gehalten. Als meine Tochter eben ihren Fuß ins Bild gehalten hatte und natürlich auch entsprechend kommentierte – musste ich lachen. Über die nicht Kontrollierbarkeit der Situation.

 

Sie ist groß geworden, entgegen all meiner Befürchtungen, gut gebunden und lebensfroh. Und sie kennt unsere Geschichte, oft haben wir schon darüber gesprochen und werden es wahrscheinlich immer mal wieder tun. So lange und oft, wie es braucht damit es geheilt ist.

 

Mir geht es auch so – ich erinnere mich immer wieder an diese Zeit – natürlich auch, durch die Lebens Geschichten der Frauen, mit denen sie zu mir kommen. Diese Zeit ist Teil meines Lebens. Und das ist mehr als gut so.

 

Der Fuß passt ins Bild!